Deutsche Biere enthalten krebserregende Pestizide! - Sport & Gesundheit
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John Gotti - 25.02.16 17:51
Eine schockierende Nachricht für jeden Biertrinker: Das Umweltinstitut in München hat 14 beliebte Marken von Bieren aus Deutschland auf Schadstoffe untersucht. Dabei wurden in allen 14 getesteten Bieren Pestizide gefunden, die das Erbgut schädigen und als wahrscheinlich krebserregend gelten. Die höchsten gemessenen Werte überschreiten den gesetzlich festgelegten Höchstwert für Trinkwasser um das fast 300-fache. Dies schädigt den Ruf des deutschen Reinheitsgebotes schwer, zumal dies ausgerechnet in seinem 500. Jubiläumsjahr festgestellt wurde. Das betroffene Pestizid Glyphosat wird seit Mitte der 1970er Jahre häufig zur Bekämpfung von Unkraut verwendet, daher sind Standard-Lebensmittel aus nicht biologischem Anbau häufig damit bespritzt. Alleine bundesweit werden davon rund 5.400 Tonnen jedes Jahr eingesetzt. Quelle

Was für eine Blamage für Deutschland... Bestätigt mich nur wieder in meiner Einstellung, dass man mittlerweile nur noch Produkte aus biologischem Anbau kaufen kann, um sich nicht mit den ganzen Chemiekeulen zu verseuchen. Traurig, dass immer noch so viele Nicht-Bio Produkte kaufen und damit diesen Wahnsinn auch noch subventionieren. Was für Dimensionen das ganze mittlerweile angenommen hat wird hier ja sehr deutlich sichtbar, wenn selbst unser Bier stark kontamiliert ist mit diesem Zeugs. Echt traurig...
Pattey - 25.02.16 19:31
Und du denkst, dass Bio-Produkte wirklich "Bio" sind? Das ist reine Geldmacherei. Klar, sind Bio-Produkte nicht so sehr verseucht, aber wenn du wirklich Bio haben willst, dann musst du den ganzen Kram selbst anbauen. Mir kann das ganze egal sein, weil ich überhaupt gar kein Bier trinke. Mal wieder ein weiterer Grund puren Vodka zu trinken, statt diesem Gesöff :) Als Gärtner braucht man nun gar kein Round Up und Co kaufen zur Unkrautvernichtung :D
TheRaven - 25.02.16 19:41
Hier mal ein Ausschnitt aus einem Thema zu Bio-Produkte.
Negative Seiten, warum die meisten Menschen die Bio-Produkte ablehnen.
Bio-Produkte haben jedoch auch Negative Seiten. Zum einen sind diese in der
Anschaffung einfach kostenintensiver als normale Lebensmittel und zum anderen sind
sie noch nicht überall erhältlich. Des Weiteren werden durch den Anbau Monokulturen
geschaffen und die Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten und Pestizide.
Ebenso sind Bio Produkte bei weitem nicht so lange haltbar, da auf die Zugabe von
Konservierungsstoffen verzichtet wird. Allerdings verderben meistens oder nur die Keime
den Appetit, von daher seltener gesundheitsgefährdend.

Es ist jedem selbst überlassen worauf er wert legt und welche Punkte mehr Gewicht
tragen. Menschen die aber jeden Euro umdrehen müssen, haben nun mal keine andere
Wahl sich Bio-Produkte zu leisten. Eine Garantie sich gesund zu ernähren gibt es leider
ohnehin nicht.
Quelle: Bio Produkte Pro und Contra

Das man in dem Bier Pestizide gefunden haben will, ist für mich keine wirklich extrem
schockierende Nachricht, das gibt mit Sicherheit nicht erst seit heute so. Sicherlich
wird man demnächst noch in anderen Produkten Pestizide finden. Solche Vorfälle gab
es leider auch mit Bio-Produkten. Deshalb sollte man diese Angelegenheit halt nüchtern
betrachten, auch wenn es relativ ernst ist. Schade halt nur das Bio-Produkte schamhaft
teuer sind und nur eine geringe Haltbarkeit. Ich kann mich noch erinnern Anfang der
60er Jahre viel Bio-Produkte verzehrt zu haben, wo wir allerdings viel in die Bio-Tonne
warfen, verfault, verschimmelt einfach nicht mehr genießbar, heute können wir uns
das gar nicht leisten einfach mal etwas in die Bio-Tonne (gibt es auch nicht mehr überall)
zu werfen. Aber zurück zum Bier, ich trinke es trotzdem. Lammsbräu hat nun heute
gleich mal auf Information zu den Pestiziden in verschiedenen Biersorten geantwortet:
"Wir bei Lammsbräu haben uns unter anderem aus diesen Gründen schon vor über
dreißig Jahren entschieden, keine konventionell erzeugten Rohstoffe mehr zu
verwenden. Für uns als Bio-Bier-Brauer fängt das Reinheitsgebot nämlich auf dem Acker
an. Wir setzen bei unseren Bio-Bieren kompromisslos nur auf Zutaten aus 100 Prozent
und absolut streng kontrolliertem Öko-Landbau, der komplett auf Pestizide und
Kunstdünger verzichtet, sowie zertifiziertes Bio-Mineralwasser."
Und das schreiben sie nach 30 Jahren, wie sensationell, Bio-Bier ohne Glyphosat.
Hatte mal das Lammsbräu Pilsner getrunken, war nicht mein Fall, schmeckte mir eher
wie Blumenwasser mit Kohlensäure. Na ja, Geschmackssache. ;)

Aber egal, vielleicht findet man ja noch Pestizide im Wisky oder gar Vodka.:D
DMW007 - Projektleitung 25.02.16 20:11
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Warum sollen Bio-Produkte automatisch zu Monokulturen führen? Das eine hat mit dem anderen nichts zutun! Ob Monokulturen entstehen ist eine Frage der Verantwortung des Inhabers und kann sowohl bei Bio als auch konventionellen Produkten entstehen. Dass sie kostenintensiver sind, ist klar. Schließlich sind konventionellen Lebensmittel voll auf Umsatz und damit Masse getrimmt, anders kann man diese Billigpreise gar nicht erreichen. Das bringt dann eben Nachteile für Umwelt und Gesundheit mit sich, wie etwa die Pestizide oder das Zerstören des Bodens durch eben den Anbau von Monokulturen. In einem Wirtschaftssystem, in dem nur das Produkt zählt, auch nicht weiter verwunderlich. Die meisten Kunden scheint es ja wenig bis gar nicht zu interessieren, was sie da für chemisches Zeugs essen und ob der Boden des Feldes für den Anbau dieses Produktes zerstört wurde.

Das große Problem mit Pestiziden, Gentechnik und anderen Manipulationen der Umwelt ist schlicht und einfach, dass sie keine Grundstücks- oder Landesgrenzen kennen. Bio- und gespritzte Felder sind keine zwei vollkommen voneinander getrennten Ökosysteme, wie man es im Labor zu Versuchszwecken vielleicht erreichen kann. Wenn es regnet können beispielsweise Pestizide und andere chemische Stoffe des konventionellen Bauern zum Feld des Bio-Bauers gelangen. Bei genmanipulierten Pflanzen ist es noch schlimmer, da weht der Wind die Samen der manipulierten Pflanzen durch die Gegend, und am Ende wächst so ein Teil neben dem Bio-Obst oder Gemüse - Dann wars das natürlich auch mit der Bio-Qualität...

Daher ist es leider tatsächlich nicht überraschend, dass Lebensmittel wie Bier derart stark belastet sind. Bio ist immer noch die Ausnahme, bei den meisten Lebensmitteln wird mit künstlicher Chemie ordentlich nachgeholfen, um die Ernte zu optimieren. Langfristig werden wir uns entscheiden müssen, ob wir Gesundheit und Umwelt für günstige Lebensmittel endgültig kaputt machen wollen, oder diesen Fehler durch eine vollständige Umstellung auf biologische Verträglichkeit und vor allem Nachhaltigkeit korrigieren. Abgesehen von den gesundheitlichen Folgen ist der Boden nach dem Anbau von Monokulturen nämlich erst mal tot, je nach Stärke der Ausbeutung wächst da erst mal so leicht nichts brauchbares mehr. Von den Langzeitfolgen gar nicht zu sprechen. Die Umwelt ist ein Ökosystem, wenn wir es durcheinander bringen bleibt das auf Dauer nicht ohne Folgen. Und im Verändern des Ökosystems sind wir seit Jahren Weltmeister, die Verwendung von Pestiziden ist da insgesamt gesehen wohl nur​ ein Tropfen auf den heißen Stein...

Btw: In den 1960er Jahren Bio-Produkte? Gab es da überhaupt schon großartig mit Pestiziden verunreinigte Lebensmittel? :8
TheRaven - 25.02.16 23:54

...60er Jahren Bio-Produkte? Gab es da überhaupt schon großartig mit Pestiziden verunreinigte Lebensmittel?
Es ging mir eigentlich mehr darum, das es zu dieser Zeit noch frische Ware/Lebensmittel gab die erschwinglich und dem Bioprodukt um
einige Längen voraus war. Leider muss soetwas kaputt gemacht werden nur der Geldgier wegen, aber so ist der Mensch nunmal.;)
Deshalb hatte ich das so nebenbei erwähnt. Nicht in diesem Ausmaß , wenn man überhaupt von Pestiziden zu dieser Zeit reden kann.
Bio - Produkte in gewisser Hinsicht schon, einfach Freiland ohne künstlichen Dünger etc. oder Tierhaltung mit natürlichem Futter. Man
braucht nur einmal an Tomaten zu denken, sie schmecken heute eher nach nichts und sind meist wässrig, die Bio-Tomaten schmecken
nicht viel besser und mit der Milch oder Butter verhält es sich ähnlich, eben auch Bier. ... und wie @DMW007 schon sagt "...Pestiziden
ist da insgesamt gesehen wohl nur​ ein Tropfen auf den heißen Stein...", also so gesehen wirklich das kleinere Übel.
olwel - 26.02.16 19:50
Bio-Bier, hihi. Also ich trinke das Bier, welches mir schmeckt. Und wirklich viele Biere schmecken nicht. Jetzt hat also jemand herausgefunden, dass (auch) in Bier Schadstoffe enthalten sind. Schädlich, wenn man diese Biere in großen Mengen konsumiert. Der Gedanke, stattdessen auf Bio-Bier umzusteigen, erheitert mich doch sehr. Ob 2-5l Bio-Bier täglich denn gesund sind? Wenn man sich absolut gesund ernähren will, sollte man vielleicht doch lieber auf Bier bzw. Alkohol allgemein verzichten. Und Bio-Wasser trinken ;)

Wäre jetzt mal interessant, was die Wissenschaftler raten würden: lieber 2 l Bio-Bier/Tag oder 2l alkoholfreies Bier. Oder gibt es auch schon alkoholfreies Bio-Bier - das wäre natürlich gesundheitlich was feines. Aber da trinke ich dann doch lieber einen Smoothie ... :D
DMW007 - Projektleitung 27.02.16 11:27
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Ganz so einfach ist es auch wieder nicht. Durch die hohe Verbreitung von Pestiziden nehmen wir diese wahrscheinlich auch über andere Produkte auf, womit die Menge eben deutlich höher ist als nur über ein paar Bier am Wochenende. Zumal es für Bier gibt es keine Grenzwerte gibt, es ist daher zu erwarten, dass alkoholfreies Bier auch belastet ist. Auf Smoothies könnte dies ebenfalls zutreffen, wenn die verwendeten Früchte nicht aus biologischem Anbau stammen. Sicher kann man sich eigentlich nur beim Wasser sein, weil es dort entsprechende Grenzwerte gibt. Das war ja auch der Referenzwert, mit dem die Überschreitung um den Faktor 300 berechnet wurde.

Wie gefährlich diese Rückstände tatsächlich für die menschliche Gesundheit sind, lässt sich leider nur schwer feststellen bzw. bewerten: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rechnet vor, selbst die höchsten gemessenen Werte im Bier von 30 Mikrogramm pro Liter seien relativ gesehen derart niedrig, dass sie bei einem erwachsenen Menschen erst ab 1000 Litern Bier gesundheitlich bedenklich werden. Der Deutsche Brauer-Bund wertet die Vorwürfe von Überschreitungen als absurd, und begründet dies mit den strengen Kontrollen durch die Brauereien selbst sowie den Staat.

Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO hat das Pflanzenschutzmittel dagegen vor allem auf Grundlage von Tierversuchen erst vergangenes Jahr als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Dagegen hält die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) eine Krebsgefahr zwar für unwahrscheinlich. Jedoch haben nicht alle Experten dieser Aussage zugestimmt. Und die Efsa empfiehlt trotzdem eine Grenze von maximal 0,5 Milliagramm pro Kilo Körpergewicht. Die höchsten Überschreitungen von 30 Mikrogramm wären damit ab 60kg Körpergewicht und somit bei den meisten Erwachsenen grade noch im Rahmen.

Letztendlich dürfte es bei solchen Unklarheiten im Zweifelsfall am vernünftigsten sein, möglichst keine Pestizide einzusetzen. So ist man auf der sicheren Seite. Lieber einen fraglichen Stoff weniger, wie durch Nachsicht unnötige Schäden an Menschen zu verursachen. Es wäre ja auch nicht das erste Mal, dass sich bei solchen Diskussionen im nachhinein doch herausstellt, dass die Stoffe nicht ganz ungefährlich sind. Klassisches Beispiel etwa Contergan. Gerade bei bereits verbreiteten Stoffen hat die Industrie zudem ein Interesse daran diese weiterhin legal zu halten. Etwas in der Art scheint sich bei Aspartam langsam herauszukristallisieren.
DMW007 - Projektleitung 09.06.21 16:01
In der Schweiz wird das Thema künstliche Pestizide angegangen: Bereits am 13. Juni 2021 wird es eine Volksabstimmung geben. Da es in der Schweiz - anders als in Deutschland - eine direkte Demokratie gibt, stimmen die Bürger ohne Mittelsmänner selbst ab. Die Schweiz scheint bei diesem Thema gespalten. Während die einen Wert auf Nachhaltigkeit legen und das Verbot befürworten, sehen die anderen wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund. So wird befürchtet, dass man international nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Sehr wenige Länder haben Pestizide bisher verboten. Rund 50% der Landwirte in der Schweiz verzichten bereits auf die umstrittenen Stoffe.

Selbst wenn die Schweizer für ein Verbot stimmen, hätten die Betriebe satte 10 Jahre Zeit zur Umstellung. Es würde wohl weitere Jahrzehnte dauern, bis sich das Grundwasser und die Böden vom massenhaften Pestizideinsatz erholen.

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